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Wie pflegt man eine an parkinson leidende person?

Wie pflegt man eine an parkinson leidende person?

19.04.2018

Was ist Parkinson? Es handelt sich dabei um eine Schädigung des für die Steuerung und Koordinierung der Muskelbewegungen zuständigen Bereichs des Nervensystems. Sie kann primär wegen Dopaminmangel (Neurohormon) oder als Folge einer Schädigung nach einem Unfall oder einer anderen Krankheit (Hirnschlag, Infektionen, Entzündungen, Tumore u. Ä.) entstehen. Die Erkrankung zeigt sich bereits bei ziemlich jungen Menschen um das 40. Lebensjahr und nimmt mit dem Alter zu.

Was sind die Ursachen und Symptome von Parkinson?

Im frühen Stadium verläuft die Erkrankung sehr unauffällig und ohne Symptome – Müdigkeit, Sexualstörungen, Schulter-, Wirbelsäulen- und Beinschmerzen, später Sprachstörungen (langsame und monotone Sprache), Veränderung des Erscheinungs- und des Schriftbilds. Im späteren Stadium treten typische Symptome wie verlangsamte Bewegungen (Bradykinese), eine Veränderung der Körperhaltung und des Gangs (posturale Instabilität), Muskelsteifheit (Rigor) und zitternde Hände bzw. auch Ruhetremor auf, welcher sich bei Müdigkeit oder in Stresssituationen verstärkt. Später entwickeln sich Probleme beim Schlucken, Wahrnehmungsstörungen, vor allem Verminderung des Riechvermögens, Inkontinenz, Depression und Demenz.

Wie pflegt man einen Parkinson-Patienten?

Stellen Sie sicher, dass der Dopaminspiegel ausreichend ist! Sie können es mittels der verordneten Medikamente verabreichen, allerdings empfehlen wir, seine Produktion auch auf folgende Weise zu erhöhen:

  • Bemühen Sie sich darum, dass die pflegebedürftige Person nicht süchtig nach Kaffee, Zigaretten, Fernsehen, Computer, Arbeit u. Ä. ist (wird). Jede Sucht vermindert im Organismus die Bildung von Dopamin. Je länger die Sucht dauert, desto niedriger wird der Dopaminspiegel.
  • Versuchen Sie, der pflegebedürftigen Person eine ausreichend anregende Umgebung zu schaffen und inspirierende Aufgaben für den Alltag anzubieten, die zur Freude am Erfolg und zur Zufriedenheit führen.
  • Vergleichen Sie die pflegebedürftige Person nicht mit anderen Personen und sorgen Sie dafür, dass sich die Person selbst auch nicht mit anderen vergleicht. Regen Sie mehr die Einzigartigkeit und Kreativität auch bei manuellen Tätigkeiten an. Ermuntern Sie sie, etwas herzustellen (Handarbeiten, Statuen, Bilder). Irgendetwas, worüber die Person nachdenken kann, was ihre Konzentration steigert und ihr Freude macht.
  • Vergessen Sie nicht, die pflegebedürftige Person zu belohnen – mit einem Lob, einem Geschenk, einem Essen oder einem Ausflug. Wechseln Sie die Belohnungen, damit sie sich nicht wiederholen und zum Schluss zu einer Sucht führen. Im Gegenteil: Die Belohnung soll zu neuen Leistungen motivieren und somit den Dopaminspiegel erhöhen. 
  • Ermuntern Sie die pflegebedürftige Person dazu, ihre eigene Zeit zu organisieren. Sie kann z.B. eine Liste mit Aufgaben erstellen. „Kontrollieren“ Sie gemeinsam, dass diese Aufgaben erfüllt werden. Stellen sie solche Ziele und Aufgaben fest, die die pflegebedürftige Person erfüllen kann, allerdings sollten sie nicht zu einfach sein. Es können kurzfristige, aber auch langfristige Ziele sein. Notieren Sie täglich die Erfolge. 
  • Treiben Sie mit der pflegebedürftigen Person Sport. Die Bewegung hilft, den Dopaminspiegel zu erhöhen, Stress abzubauen und den Körper physisch und psychisch fit zu halten. Nutzen Sie die Elemente des sog. Funktionstrainings, das auf Übungen beruht, die sich aus dem Alltag ergeben (Kniebeugen, Ausfallschritte, Drücken, Heben, Balance- Übungen u. Ä.). Dessen Ziel ist, Kondition, Kraft, Ausdauer, aber vor allem das Muskel- und Bewegungsgleichgewicht aufzubauen, damit die pflegebedürftige Person alltägliche Tätigkeiten leichter ausführen kann. Die Bewegung sollte am besten draußen an der frischen Luft und bei Tageslicht erfolgen. Sonnenschein ist auch einer der Faktoren, der zur Erhöhung des Dopamins beiträgt. Gönnen Sie der pflegebedürftigen Person auch einen Aufenthalt in den auf diese Krankheit spezialisierten Heilbädern.
  • Beugen Sie der Entstehung von Druckgeschwüren und Muskelkontrakturen vor, vor allem in späteren Stadien der Erkrankung, in denen die Bewegungsfähigkeit erheblich vermindert und der Muskelrigor wiederum ausgeprägt ist. Sie müssen sich regelmäßig um Umlagerung, Umsetzung und Positionswechsel kümmern. Geeignet sind Massagen für eine korrekte Muskelspannung und um Druckgeschwüren vorzubeugen, aber auch die Verwendung von Schienen, um Extremitäten zu begradigen. Die pflegebedürftige Person soll aktiv sein, solange es nur geht. 
  • Kümmern Sie sich um die richtige Entspannung der pflegebedürftigen Person. Bringen Sie ihr bei, wie sie ihre Gedanken mittels Meditation und Musik „ausschalten“ kann – beide Techniken führen zur Erhöhung des Dopaminspiegels. Wählen Sie Musik aus, die nicht zu laut ist und von der man nicht abhängig werden kann (keine sich wiederholende Rhythmen, Schläge u. Ä.), wählen Sie eher ruhige Entspannungs- und Meditationsmusik, aber keine melancholische Musik. 
  • Kümmern Sie sich um den Schlaf der pflegebedürftigen Person. Er sollte regelmäßig und zur richtigen Zeit sein, falls nötig, soll sich die pflegebedürftige Person auch während des Tages, am besten am Nachmittag, kurz hinlegen. 
  • Sorgen Sie dafür, dass sich die pflegebedürftige Person gesund ernährt. Orientieren Sie sich vor allem an solchen Lebensmitteln, die bei der Steigerung des Dopamins behilflich sind. Dazu gehören Proteine in Form von Tyrosin, welches zum Beispiel in rotem Fleisch und in Hühnerfleisch, in Eiern, Schokolade, Bananen, Avocados, Mandeln, Melone, Kurkuma, Joghurt, Kaffee, grünem Tee und Ginkgo enthalten ist. Reduzieren Sie Süßigkeiten, sie können süchtig machen. Bereiten Sie ein abwechslungsreiches Essen und täglich ein anderes Gericht zu. Bringen Sie der pflegebedürftigen Person richtige Ernährungsgewohnheiten bei (3x täglich größere Portionen, 2x täglich kleinere Portionen Obst oder Gemüse) und vergessen Sie die Regelmäßigkeit nicht. Eine große Rolle spielt dabei auch die reichliche Aufnahme von Flüssigkeit, wie grüner Tee, stilles Wasser oder Mineralwasser.
  • Nutzen Sie den Effekt der Detoxikation. Mit ihrer Hilfe werden die Toxine aus dem Organismus entfernt und sie gewährleistet eine bessere Aufnahme der notwendigen Nährstoffe, wodurch die Dopaminbildung angeregt wird. Zu den guten Antioxidantien gehören zum Beispiel Brokkoli, Beerenobst, rote Bete, Karotten, Haferflocken, Mariendistel u. Ä.
  • Kontrollieren und sorgen Sie bei der pflegebedürftigen Person dafür, dass regelmäßig und ausreichend Harn- und Stuhl ausgeschieden wird. 
  • Helfen Sie der pflegebedürftigen Person bei der persönlichen Hygiene und dabei, die Hygiene in der Umgebung aufrechtzuerhalten. Vergessen Sie dabei die Psychohygiene, also die soziale Hygiene, nicht: gute Beziehungen, ein ausgeglichenes emotionales Leben.
  • Achten Sie auf die Sicherheit des Umfelds der pflegebedürftigen Person. Eliminieren Sie alles, was zu Stürzen und Unfällen führen kann, bleiben Sie immer in der Nähe der pflegebedürftigen Person beziehungsweise sorgen Sie dafür, das Sicherheitsgriffe an die Wände montiert werden oder bringen Sie der pflegebedürftigen Person bei, wie man einen Rollator benutzt. Die pflegebedürftige Person soll feste, aber leichte Schuhe tragen, die Kleidung soll angemessen locker sein und vor allem die richtige Größe haben (damit die Hose nicht zu lang und unten nicht zu breit ist).
  • Verabreichen Sie die verordneten Medikamente der pflegebedürftigen Person regelmäßig und beobachten Sie deren Wirkung.
  • Führen Sie ein Tagebuch über den Zustand der pflegebedürftigen Person (Aufnahme der Nahrung und der Flüssigkeiten, Ausscheidung, Aktivität u. Ä.); setzen Sie sich bei einer Verschlechterung des Zustands mit dem Arzt in Verbindung, der die Dosierung des Dopamins in der Medikamentenform entsprechend anpassen kann.

Auf die Frage antwortete: Mgr. Mgr. Anna Lukáčová Havrilová, diplomierte Krankenschwester

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