Der schönste Beruf

Der schönste Beruf

Autorin: Adriana N. / 11.12.2018

„Wenn schneeweiße Haare im Schatten der Nachtlampe glänzen und wenn nur schwerer Atem und leise Stimmen im Dunkeln zu hören sich, da gibt es nur eine Verehrerin in der Nacht – die unersetzliche PFLEGERIN. Wenn jeder Schritt eine große Leistung ist und Schmerz in der empfindlichen Seele enthüllt, wenn die zitternden Hände eine Tasse Milch nicht halten können, kann nur die PFLEGERIN helfen.“

In der Einleitung zu meiner Geschichte möchte ich mich für die Möglichkeit bedanken, die Arbeit zu zeigen und zu beschreiben, die wir – Pfleger und Pflegerinnen – an Menschen leisten, die auf die Hilfe von anderen angewiesen sind. Ich finde, es ist wichtig, dass die Öffentlichkeit über diesen Beruf informiert wird, weil er verschiedene Emotionen hervorruft. Diese Arbeit kann aus verschiedenen Gründen nicht jeder machen. ENTSCHLOSSENHEIT, HERZLICHKEIT UND GEISTLICHKEIT ...

Die Entscheidung, als Pflegerin zu arbeiten, war alles andere als einfach für mich. Ich hatte Angst und dachte viel darüber nach, ob ich für den Beruf tatsächlich geeignet bin. Die Überzeugung kam allmählich ... Stufenweise wurde mir klar, wie viel Fürsorge und Emotionen meine Arbeit erfordert. Tag für Tag beobachtete ich den Wirbel der Ereignisse. Jetzt weiß ich, dass es einer der schönsten, aber auch einer der schwierigsten Berufe ist. Wir treten doch in die intimsten Lebensbereiche der Menschen in der schwersten Lebensphase ein. Und wir bleiben bis zum Ende bei ihnen ...

Wir müssen Menschen bei einem Gefühl von Hoffnungslosigkeit aufmuntern und Kraft dort liefern, wo sie immer weniger wird.

Ich bin Pflegerin in einer Senioreneinrichtung, wo wir uns um Menschen im Pensionsalter kümmern. Sie werden von schweren Krankheiten und anderen Problemen geplagt. Viele von ihnen haben keine Kraft mehr zu kämpfen und gesund zu werden.

Zum ersten Mal erlebte ich den Sterbeprozess bei einer sehr kranken Frau. Das Gefühl, dass ich ihr nicht helfen kann, war unbeschreiblich. Ich höre ihren schweren Atem und mit ihrer von Schmerz gekennzeichneten Stimme flüstert sie mir zu, dass ich ihre Hand halten soll ... Ich sah, welche Erleichterung ihr die Berührung brachte. Ich hatte dasselbe Gefühl. Ich spürte, wie mein Hals enger und der Atem langsamer wurde und wie das Herz rast. So eine einfache Geste wie eine Handberührung kann einem die Angst nehmen. Deshalb sollte Empathie ein unerlässlicher Teil der Persönlichkeit jedes Pflegers sein.

Wir versuchen, einen Teil unserer Seele in unsere Arbeit zu geben. Zu jedem Dienst trete ich mit dem Entschluss an, Menschen zu helfen, die mich brauchen, Probleme zu lösen und Menschen bei ihrem Lebensabend zu unterstützen.

Unter den Klienten sind Menschen, die stets Aufmerksamkeit verlangen und erwarten, dass man sich ihnen ständig widmet. Es gibt aber auch Menschen, die ihre Gefühle nicht offenbaren und in ihrer eigenen Welt verschlossen mit Blick ins Leere leiden. Jeden Tag versuche ich, verschiedene Situationen zu meistern, viele Probleme zu lösen und mir Tausende Worte anzuhören.

Das Gefühl, wenn ein Mensch Erleichterung erlebt und dankbar meine Hand drückt nur weil ich ihm zuhöre, ist unbezahlbar. Pfleger, die ihre Arbeit als Berufung wahrnehmen, wissen das. Hier sind keine großen Taten gefragt, sondern ein reines Herz und viel Liebe. Ich bin glücklich, dass ich Teil des Lebens unserer Klienten bin.

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