Gesundheid
Wie geht man mit einer grippe bei älteren menschen um?

Wie geht man mit einer grippe bei älteren menschen um?

19.12.2017

Grippe (Influenza) ist eine saisonale Krankheit, die hauptsächlich im Frühling und Herbst auftritt. Bei besonders empfindlichen Menschen, das sind meist ältere Personen, besteht ein erhöhtes Risiko, auch in einer anderen Jahreszeit zu erkranken, zum Beispiel in einem verregneten Sommer. Bei älteren Menschen kann eine Grippe fatale Folgen haben.

Grippe (Influenza) ist eine saisonale Krankheit, die hauptsächlich im Frühling und Herbst auftritt. Bei besonders empfindlichen Menschen, das sind meist ältere Personen, besteht ein erhöhtes Risiko, auch in einer anderen Jahreszeit zu erkranken, zum Beispiel in einem verregneten Sommer. Bei älteren Menschen kann eine Grippe fatale Folgen haben.

Warum?

Die Abwehrkräfte und Regenerationsfähigkeit des Körpers sind bei Senioren meistens viel geringer als bei Kindern. Außerdem leiden ältere Menschen oft auch an anderen Krankheiten (Arthritis, Diabetes, Blutdruckstörungen u.a.), so dass die anfänglichen Begleitsymptome einer Grippe nicht als außergewöhnlich erscheinen, sondern auf das Alter oder auf andere Krankheiten zurückgeführt werden, die bereits behandelt werden. Werden die Primärsymptome unterschätzt, kann das zur völligen Erschöpfung des Organismus führen, der im höheren Alter keine gute Regenerationsfähigkeit mehr besitzt. Die nachfolgende Behandlung ist dann viel schwieriger und eine eigentlich gewöhnliche Krankheit kann zu schwerwiegenden Gesundheitskomplikationen führen, wie z. B. eine Lungenentzündung oder Perikarditis. Nicht selten kommen Senioren wegen Organversagens in das Krankenhaus.

Wie sind die Symptome einer Grippe und wie wird sie behandelt?

Grippesymptome sollten nicht unterschätzt werden! Eine Grippe kommt oft plötzlich bei „voller Gesundheit“ und wird von folgenden Symptomen begleitet: Gelenk- und Muskelschmerzen, Kopfschmerzen in der Augenpartie, Schüttelfrost, hohe Körpertemperatur (oft über 38 °C; bei älteren Menschen muss sie allerdings nicht unbedingt erhöht sein), übermäßige Müdigkeit, Husten, Halsschmerzen, Brustschmerzen.

Üblicherweise wird Influenza mit Medikamenten behandelt, um die Begleitsymptome wie Husten und Schmerzen zu lindern oder um die Körpertemperatur zu senken; diese Medikamente enthalten meist den Wirkstoff Paracetamol (Antipyretika). Bei älteren Menschen gibt es in Bezug auf Antipyretika ein gewisses Risiko, falls sie auch andere Medikamente zur Behandlung von chronischen Krankheiten einnehmen. Seien Sie sehr vorsichtig, um Blutungen beim Patienten zu vermeiden.

Was sind die besten Behandlungsmethoden bei Grippe?

  • Der Kranke soll sich im Bett erholen und vermehrt warme Flüssigkeiten einnehmen (Vorsicht bei Personen, die wegen Niereninsuffizienz behandelt werden).
  • Der Kontakt mit anderen Personen soll vermieden werden, da das Risiko einer Infektionsübertragung von außen droht.
  • Ein unverzichtbarer Bestandteil der Behandlung bildet eine vitamin- und proteinreiche Ernährung sowie die Einnahme von Flüssigkeiten. Sehr vorteilhaft sind in diesem Fall Fruchtsäfte, beispielsweise von Äpfeln, Karotten, Roten Bete oder Blaubeeren. Natürliche Antibiotika wie Knoblauch, Zwiebel und Sauerkraut oder Sauerkrautsaft haben ebenfalls eine große Wirkung.
  • Zur Linderung der Begleitsymptome, z. B. von Husten, eignen sich Extrakte aus Knoblauch oder Zwiebel bzw. Sirup aus Spitzwegerich. Bei Verdauungsproblemen und Appetitverlust ist die Versorgung mit probiotischen Kulturen (z. B. durch Jogurt) sehr wichtig. Es hilft, die von Viren angegriffenen Schleimhäute wiederherzustellen und so eine sekundäre Infektion durch Bakterien zu vermeiden. Um eine erhöhte Körpertemperatur zu senken, eignen sich Kräutertees wie Brennesel-, Lindenblüten-, Holunder-, Kamillen- oder Odermennigtee. Es ist ratsam, die Kräuter abzuwechseln und Flüssigkeiten kontinuierlich in kleineren Mengen, dafür aber öfter zuzuführen.
  • Ist die Temperatur erhöht, muss auf strengere Hygiene geachtet werden:

Intensivieren Sie die persönliche Hygiene der zu pflegenden Person, waschen Sie sie öfter mit lauwarmem Wasser ab, dem Sie auch etwas Essig hinzufügen können (so werden Sie gleichzeitig die Körpertemperatur senken). Achten Sie auch auf eine erhöhte Hygiene der Mundhöhle und der Hände. Sorgen Sie immer für trockene und gut absorbierende persönliche Wäsche und  Bettwäsche. Überwachen Sie die Regelmäßigkeit der Urin- und Stuhlentleerung sowie deren Menge und Konsistenz.

Sehr wichtig ist auch die Hygiene der Umgebung – lüften Sie öfter, kurz und intensiv, wechseln Sie die persönliche Wäsche und Bettwäsche öfter, befeuchten Sie die Luft; den Luftbefeuchtern können Sie z. B. Eukalyptus-, Lavendel- oder Zitronenöl hinzufügen (wenn Sie keinen Luftbefeuchter haben, weichen Sie ein Tuch ein und legen Sie es auf einen warmen Heizkörper). 

  • Informieren Sie den Arzt der zu pflegenden Person über die Erkrankung und lassen Sie sich beraten, welche Medikamente Sie dem Patienten verabreichen können, besonders falls er mehrere Arzneimittel für andere Krankheiten einnimmt. Rufen Sie bei unkontrollierbarer Temperatur, bei Schmerzen in der Brust, sehr schwerer Atmung, Durchfall, Blut im Urin und dergleichen den Arzt.
  • Nach dem Abklingen der ersten Symptome ist es notwendig, dass sich die zu pflegende Person mindestens 14 Tage in aller Ruhe und entsprechend dem bisherigen Behandlungsregime regeneriert. Achten Sie darauf, dass der Patient nicht mit vielen Menschen in Kontakt kommt und nicht in Umgebungen gelangt, wo das Risiko einer Infektionsübertragung besteht. Bei älteren Menschen kann die Rekonvaleszenz länger dauern. Geben Sie der zu pflegenden Person eine nährstoffreiche Ernährung, wie Hühnerbrühe mit Knoblauch und Zwiebel, leicht bekömmliches Fleisch, Gemüse und Obst. Flüssigkeiten nicht vergessen, denn ältere Menschen verspüren oft keinen Durst.

Wie kann man einer Grippe vorbeugen?

Die beste Methode, Influenza zu überwinden, ist immer noch Prävention – und bei älteren Menschen gilt das doppelt. Obwohl wir Viren nicht wirksam eliminieren können, können wir ihre Wirkung auf unseren Organismus begrenzen. Eine gute Möglichkeit scheint zu sein, gegen Grippe zu impfen. Vor diesem vorbeugenden Schritt sollte der Arzt der zu pflegenden Person konsultiert werden. Eine Impfung kann die Erkrankung zwar nicht ganz verhindern, hilft jedoch dabei, sie leichter zu überstehen. Zu weiteren präventiven Maßnahmen gehört auch, überlaufene Orte zu vermeiden, regelmäßig und richtig Vitamine, Mineralstoffe und Proteine zu sich zu nehmen sowie ausreichend zu trinken. Einen festen Platz in der Prävention haben auch Abhärtung und Spaziergänge in der Natur. Das Wetter ist auch nicht zu unterschätzen – sorgen Sie dafür, dass die zu pflegende Person immer dem Wetter entsprechend angezogen ist. Ältere Menschen haben eine schwächere Thermoregulierung. Achten Sie deshalb immer darauf, welche Kleidung und wie sie diese tragen. Empfehlenswert ist eine warme und gut absorbierende Kleidung in mehreren Schichten sowie Schuhe mit dickerer Sohle.

Viele Erkrankungen sind stressbedingt. Grippe ist keine Ausnahme. Stress über einen längeren Zeitraum schwächt den Organismus und macht ihn dadurch leicht verwundbar und anfällig für Krankheiten. Sorgen Sie im Rahmen der vorbeugenden Maßnahmen gegen Krankheiten inklusive Influenza bei der zu pflegenden Person für eine Umgebung des Wohlbefindens, für positive Reize und gute Beziehungen. Schützen Sie die Person vor negativen Informationen und lassen Sie sie fühlen, dass Ihre Anwesenheit notwendig ist und dass sie Ihnen nicht zur Last fällt.

Die Frage beantwortete: Mgr. Mgr. Anna Lukáčová Havrilová, diplomierte Krankenschwester

 

Mit der Nutzung der Webseiten des Betreibers AT personalistika, s.r.o. erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies, mit denen wir unsere Dienste verbessern, einverstanden. Mehr Infos